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Konfessionsschule
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Als Konfessionsschule oder Bekenntnisschule wird in Deutschland eine Schule bezeichnet, in der SchĂŒler nach den GrundsĂ€tzen eines christlichen Bekenntnisses unterrichtet werden. Verfassungsgrundlage dafĂŒr ist Artikel 7 Absatz 4 und 5 Grundgesetz.
UrsprĂŒnglich galt eine völlige AufnahmebeschrĂ€nkung fĂŒr âbekenntnisfremdeâ SchĂŒler. Die meisten Schulen haben sich inzwischen SchĂŒlern anderer Glaubensrichtungen geöffnet, auch wird oft Religionsunterricht der jeweils anderen Konfession erteilt (römisch-katholisch oder evangelisch, vereinzelt auch islamischer Religionsunterricht). In Bekenntnisschulen ist die Teilnahme am Religionsunterricht in der Regel verbindlich. An öffentlichen Konfessionsschulen in staatlicher TrĂ€gerschaft in Nordrhein-Westfalen mĂŒssen Kinder, die im Schulbekenntnis getauft sind, bevorzugt aufgenommen werden, wenn es an einer solchen Schule mehr Anmeldungen als PlĂ€tze gibt.cite-ref-1[1]
In anderen vom Christentum geprÀgten LÀndern Europas gibt es auch private Konfessionsschulen anderer als der o. g. nicht-christlichen Bekenntnisse, z. B. in den Niederlanden.cite-ref-2[2]
Contents
âą Formen heute
âą Kritik
âą Deutschlandweit
âą Literatur
âą Weblinks
âą Belege
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Historische Entwicklung
Die UrsprĂŒnge des Schulwesens waren eng mit den Kirchen verknĂŒpft und damit von Anfang an konfessionell geprĂ€gt. Im Rahmen des Kulturkampfs wurden die Schulen unter staatliche Schulaufsicht gestellt, aber noch in der Weimarer Republik existierten regional unterschiedlich sowohl Bekenntnisschulen als auch Gemeinschaftsschulen (auch âSimultanschulenâ genannt).
1927 â damals regierte das Kabinett Marx IV â legte die Zentrumspartei den Entwurf eines neuen Schulgesetzes vor, das eine Gleichstellung der Konfessionsschulen mit den Gemeinschaftsschulen vorsah. Laut Artikel 146 der Reichsverfassung bestand Vorrang von konfessionsĂŒbergreifenden Gemeinschaftsschulen gegenĂŒber Schulen fĂŒr Kinder einzelner Konfessionen.cite-ref-3[3] Die BVP und die DNVP trugen diesen Entwurf mit; strikt dagegen war die Deutsche Volkspartei. Insbesondere das Zentrum maĂ der Schulfrage herausragende Bedeutung zu. Keine Seite gab in der Frage nach. Am 15. Februar 1928 wurde das Scheitern des Gesetzesvorhabens konstatiert. Dies bedeutete das Ende der Koalition. ReichsprĂ€sident Paul von Hindenburg löste den Reichstag einige Wochen spĂ€ter auf und ordnete eine Reichstagswahl fĂŒr den 20. Mai 1928 an.
Am 20. Juli 1933, ein halbes Jahr nach der Machtergreifung des NS-Regimes, schlossen das Deutsche Reich und der Heilige Stuhl das Reichskonkordat. Das Regime begann im Zuge der Gleichschaltung der Kirchen 1935 mit intensiven Propagandaaktionen gegen die Bekenntnisschulen. Seit 1936 wurden verstÀrkt Bekenntnisschulen in paritÀtische (konfessionell nicht gebundene) Schulen umgewandelt.cite-ref-4[4] Das Reichserziehungsministerium verbot 1936 per Erlass die Einteilung von Schulklassen nach Bekenntnissen.
In den Nachkriegsjahren kam es in vielen BundeslĂ€ndern zu heftigen politischen Auseinandersetzungen, welche der beiden erstgenannten Schulformen die âverfassungsrechtliche Regelschuleâ darstellen sollte (siehe auch Cleavage-Theorie). Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen richteten konfessionell gebundene Bekenntnisschulen als gleichberechtigte staatliche Volksschulen ein. Nach GrĂŒndung der Bundesrepublik behielt das Reichskonkordat zwar seine GĂŒltigkeit, das Bundesverfassungsgericht entschied aber 1957 im Konkordatsurteil, dass die LĂ€nder bei der Gestaltung des Landesschulrechts nicht an die Schulbestimmungen des Konkordats gebunden werden durften. Angesichts der zunehmenden konfessionellen Vermischung und dem Nachlassen religiöser Bindungen schafften Ende der 1960er Jahre fast alle deutschen BundeslĂ€nder, in denen Bekenntnisschulen noch existierten, diese zugunsten der christlichen Gemeinschaftsschulen als Regelschule ab. Als 1954 in Niedersachsen die Gemeinschaftsschule statt der Bekenntnisschulen als Regelschule eingefĂŒhrt wurde, war der Widerstand vonseiten der katholischen Kirche groĂcite-ref-5[5]; Mitte der 1960er Jahre wurde der politische Druck zu ihrer Abschaffung aber immer gröĂercite-ref-spiegel-46265071-6-0[6], sodass 1967 in Baden-WĂŒrttemberg (nur auf einem Teil des Staatsgebietes gab es noch Konfessionsschulen) und Rheinland-Pfalz sowie 1968 in Bayern trotz Protesten beschlossen wurde, die Konfessionsschulen in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln. Gleichzeitig wandelte sich auf katholischer Seite im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils der kirchliche Erziehungsanspruch. Die ZustĂ€ndigkeit des Staates in Bildungsfragen wurde anerkannt.cite-ref-7[7] Die deutsche katholische Kirche hielt nicht mehr an der staatlichen Bekenntnisschule als Regelschule fest.cite-ref-8[8]
Formen heute
Bekenntnisschulen in öffentlicher TrÀgerschaft
In zwei deutschen BundeslÀndern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, gibt es Konfessionsschulen als staatliche Schulen in der TrÀgerschaft von politischen Gemeinden. Ihre Finanzierung erfolgt vollstÀndig aus staatlichen Mitteln, die Religionsgemeinschaften sind nicht an den Kosten beteiligt.
Niedersachsen
§ 129 Abs. 1 des NiedersĂ€chsischen Schulgesetzes bestimmt: âAuf Antrag von Erziehungsberechtigten sind öffentliche Grundschulen fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler des gleichen Bekenntnisses zu errichten.â Diese Regelung fĂŒhrt Artikel 6 des âKonkordats zwischen dem Heiligen Stuhle und dem Land Niedersachsenâ vom 26. Februar 1965cite-ref-9[9] aus, in dem es heiĂt: âDas Land gewĂ€hrleistet die Beibehaltung und Neuerrichtung von katholischen Bekenntnisschulen.â
Zuvor hatte der niedersĂ€chsische Landtag 1954 die âchristliche Gemeinschaftsschuleâ zur Regelschule erklĂ€rt, wenn auch mit Ausnahmeregelungen fĂŒr das Gebiet des ehemaligen Landes Oldenburg. Dort gab es bis zur neuen NiedersĂ€chsischen Verfassung von 1993 im Grundschulbereich ausschlieĂlich Bekenntnisschulen.cite-ref-10[10] Im Schuljahr 2005/2006 waren im Land Niedersachsen von insgesamt 1760 Grundschulen 128 staatliche Grundschulen fĂŒr katholische Kinder und 7 fĂŒr evangelische Kinder.cite-ref-11[11]
Nach dem NiedersĂ€chsischen Schulgesetz dĂŒrfen bis zu 30 % der SchĂŒler an einer Schule âbekenntnisfremdâ sein. Seit einer GesetzesĂ€nderung vom 17. Juli 2012 können von dieser Regelung jedoch Ausnahmen gemacht werden, so dass die Schulen einen höheren Anteil bekenntnisfremder Kinder aufnehmen können, ohne den konfessionellen Status der Schule in Frage zu stellen (§ 129 Abs. 3 und § 157 Abs. 1 NSchG). Bis zu einer Neuregelung im Juli 2011 lag die Höchstquote bei 20 %, ursprĂŒnglich bei 10 %. TatsĂ€chlich betrĂ€gt der Anteil âBekenntnisfremderâ an öffentlichen katholischen Bekenntnisschulen im Oldenburger MĂŒnsterland bis zu 60 Prozent.cite-ref-12[12] Bekenntnisschulen können mit den Stimmen der Mehrheit der Erziehungsberechtigten in Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden (§ 135 Abs. 5 NSchG). Schulleiter mĂŒssen in Niedersachsen nicht dem Schulbekenntnis angehören.cite-ref-focus-747164-13-0[13]
In der Stadt Lohne im Landkreis Vechta hat die Konkordatsregelung dazu gefĂŒhrt, dass bis zum Juli 2010 sechs von sieben Grundschulen katholische Konfessionsschulen in der TrĂ€gerschaft der Stadt waren.cite-ref-14[14]cite-ref-zeit-2003-10-09-15-0[15] Mit Wirkung vom 1. August 2010 ist die einzige Schule fĂŒr SchĂŒler aller Bekenntnisse mangels Anmeldungen geschlossen worden.cite-ref-16[16] Seit dem Schuljahr 2010/2011 besuchen also alle Lohner Kinder im Grundschulalter katholische Bekenntnisschulen, obwohl nur 66 Prozent der Lohner Bevölkerung katholisch sind. Ein Antrag, die Lohner Grundschulen in Schulen fĂŒr SchĂŒler aller Bekenntnisse zu verwandeln, wurde im Oktober 2015 in allen Schulen von der Mehrheit der Eltern abgelehnt.cite-ref-17[17] Im Schuljahr 2020/2021 waren knapp 48 % aller GrundschĂŒler in Lohne nicht katholisch.cite-ref-18[18]
In der Stadt Vechta, wo Ă€hnliche VerhĂ€ltnisse vorzufinden sind, wurde der Antrag gestellt, drei Bekenntnisschulen in Schulen fĂŒr SchĂŒler aller Bekenntnisse umzuwandeln. In einer Abstimmung am 15. Dezember 2008 wurde nur in einer von drei Schulen die damals erforderliche Zweidrittelmehrheit der katholischen Eltern erreicht, obwohl der BĂŒrgermeister und der Rat der Stadt Vechta sowie Vertreter des Bischöflich MĂŒnsterschen Offizialats sich zuvor fĂŒr die Umwandlung ausgesprochen hatten.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20] Auch 2018 scheiterte der Versuch, eine Mehrheit der Eltern in Vechta dazu zu bewegen, ein Votum fĂŒr die Aufhebung des Bekenntnisschul-Status der Schule abzugeben, die ihre Kinder besuchen.cite-ref-21[21] BĂŒrgermeister Gels bewertete die HĂŒrden als âzu hochâ, da die Nicht-Teilnahme an der Abstimmung wie ein âNeinâ behandelt werden mĂŒsse, was eine ungewöhnliche Vorschrift sei. Es hĂ€tten mehr Abstimmende fĂŒr als gegen die Umwandlung gestimmt. Die Abstimmungen fanden zwischen dem 17. und dem 28. September 2018 statt.cite-ref-22[22] Auch im November 2021 gab es an keiner der katholischen Bekenntnisschulen in Lohne eine Mehrheit fĂŒr eine Umwandlung der betreffenden Schule in eine Schule fĂŒr SchĂŒler aller Bekenntnisse.cite-ref-23[23]
Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen hat die Bekenntnisschule Verfassungsrang. In Art. 12 Abs. 3 Satz 2 der nordrhein-westfĂ€lischen Verfassung heiĂt es: âIn Bekenntnisschulen werden Kinder des katholischen oder des evangelischen Glaubens oder einer anderen Religionsgemeinschaft nach den GrundsĂ€tzen des betreffenden Bekenntnisses unterrichtet und erzogen.â § 26 Abs. 6 des Schulgesetzes legt fest: âLehrerinnen und Lehrer an Bekenntnisschulen mĂŒssen dem betreffenden Bekenntnis angehören und bereit sein, an diesen Schulen zu unterrichten und zu erziehen.â Seit einer Schulrechtsreform von April 2015 sind Ausnahmen von der Bekenntnisbindung möglich: Seither können auch bekenntnisfremde LehrkrĂ€fte im Ausnahmefall âzur Sicherung des Unterrichtsâ an staatlichen Bekenntnisschulen unterrichten. Die Position der Schulleitung ist allerdings nach wie vor bekenntnisgebunden. Auch hier wurden aber bereits Ausnahmen gemacht: Im Jahr 2018 durften evangelische LehrkrĂ€fte in Gladbeck und Borken die Leitung katholischer Bekenntnisgrundschulen ĂŒbernehmen.cite-ref-24[24]cite-ref-25[25] Insbesondere durch die seit der SchulgesetzĂ€nderung normierte Ausnahmeregelung wird Kritik laut, wonach das Bekenntniserfordernis fĂŒr LehrkrĂ€fte und Schulleitung mangels Rechtfertigungsgrund gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstöĂt.cite-ref-26[26] Neu ist auch, dass ein ânicht dem jeweiligen Schulbekenntnis entsprechender Religionsunterricht angeboten werden kann, sofern ein Bedarf besteht (12 Kinder) und die Lehrerversorgung gewĂ€hrleistet werden kannâcite-ref-27[27]. FĂŒr eine Umwandlung in Gemeinschaftsgrundschulen sind die Stimmen der Eltern von mehr als der HĂ€lfte aller SchĂŒlerinnen und SchĂŒler erforderlich (§ 27 Abs. 3 SchulG). Bis MĂ€rz 2015 lag diese UmwandlungshĂŒrde bei zwei Drittel. Der Landtag beschloss ferner, dass âder Besuch von Schulgottesdiensten an Bekenntnisgrundschulen von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern nicht erzwungen werden darf, obwohl deren Eltern bei der Anmeldung ausdrĂŒcklich und ĂŒbereinstimmend wĂŒnschen, ihr Kind solle nach den GrundsĂ€tzen des an der Schule vermittelten Bekenntnisses unterrichtet und erzogen werden.âcite-ref-28[28]
Im MĂ€rz 2016 bestĂ€tigte das Oberverwaltungsgericht NRW einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Aachen, wonach an öffentlichen Bekenntnisgrundschulen bekenntnisangehörige Kinder einen vorrangigen Aufnahmeanspruch haben. Ausschlaggebend hierfĂŒr ist dem Beschluss zufolge allein die formale Religionszugehörigkeit eines Kindes (in der Regel die Taufe im entsprechenden Bekenntnis), nicht aber eine ErklĂ€rung der Eltern, dass sie eine Unterrichtung und Erziehung im Bekenntnis wĂŒnschen.cite-ref-29[29]
Im Schuljahr 2024/25 waren von 2.807 Grundschulen (davon 78 privat) 768 römisch-katholisch und 89 evangelisch, darĂŒber hinaus gab es zwei jĂŒdische Bekenntnisgrundschulen, eine mennonitische und eine russisch-orthodoxe Grundschule sowie eine Weltanschauungsschule. Von den 135 Hauptschulen waren 20 römisch-katholisch und 4 evangelisch.cite-ref-30[30] Im Schuljahr 2012/13 gab es in 75 Kommunen ausschlieĂlich konfessionelle Grundschulen.cite-ref-31[31]
Seit dem Schuljahr 2008/2009 fĂŒhrte die Abschaffung der Schulbezirke durch die Landesregierung in EinzelfĂ€llen dazu, dass Kinder aus der unmittelbaren Nachbarschaft von Konfessionsgrundschulen dort abgelehnt wurden zugunsten wohnortferner âBekenntniskinderâ.cite-ref-32[32]cite-ref-zeit-2011-02-01-33-0[33]cite-ref-34[34] In Bonn, wo damals 21 von 50 Grundschulen Bekenntnisschulen waren, bildete sich daher im MĂ€rz 2009 eine BĂŒrgerinitiative, die sich anfangs fĂŒr eine erleichterte Umwandlung von Bekenntnisgrundschulen in Gemeinschaftsschulen einsetzte und seit 2013 die Umwandlung aller öffentlichen Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsgrundschulen fordert.cite-ref-35[35] 2012 und 2013 wurden allein in Köln fĂŒnf katholische Grundschulen von Eltern in Gemeinschaftsgrundschulen umgewandelt, meist weil andernfalls die Schulleiterstellen aus KonfessionsgrĂŒnden nicht hĂ€tten besetzt werden können.cite-ref-36[36]
Bekenntnisschulen in privater TrÀgerschaft
Art. 7 Abs. 4 GG erlaubt im Prinzip den Betrieb von Bekenntnisschulen in privater TrĂ€gerschaft. Laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 1992 sind als âBekenntnisvolksschulenâ nicht nur âSchulen der evangelischen Landeskirchen, der römisch-katholischen Kirche und der jĂŒdischen Gemeinden, sondern - in AnknĂŒpfung an die Glaubens- und Bekenntnisfreiheit in Art. 4 Abs. 1 GG - Schulen jeglichen Bekenntnissesâ einzustufen.cite-ref-37[37] Im Hinblick auf den Begriff âBekenntnisâ wird âdie HomogenitĂ€t des Bekenntnisses von Eltern, SchĂŒlern und Lehrern, das die Schule und den gesamten Unterricht prĂ€gtâ, als gegeben vorausgesetzt. Diese Bedingung trifft vor allem auf Schulen zu, die auf der âgemeinsame[n] Basis des Glaubens der Deutschen Evangelischen Allianzâ beruhen, sowie auf Schulen des mennonitischen Bekenntnisses.cite-ref-38[38] Ferner erwartet das Bundesverwaltungsgericht in seinem 1991 gefĂ€llten Urteil von privaten Bekenntnisschulen âein MindestmaĂ an Toleranz im Sinne von Duldsamkeit gegenĂŒber abweichenden Ăberzeugungen anderer sowie die Achtung und Förderung der individuellen Wahrnehmungs- und UrteilsfĂ€higkeit der SchĂŒler [âŠ], nicht aber NeutralitĂ€t und Offenheit in dem Sinne, daĂ am Ende der schulischen Erziehung nicht ein eindeutiges Bekenntnis zu bestimmten Glaubensinhalten und eine Bindung an bestimmte Werte stehen dĂŒrften; in diesem Rahmen ist auch das Werben fĂŒr das eigene Bekenntnis zulĂ€ssig.â
Die römisch-katholische Kirche oder ihre Untergliederungen sind TrĂ€ger der meisten Konfessionsschulen. Relativ viele Schulen stehen in der TrĂ€gerschaft evangelischer Landeskirchen oder ihren Untergliederungen. An ca. 100 Orten in Deutschland sind seit 1973 evangelikale Bekenntnisschulen entstanden; die meisten von ihnen gehören dem âVerband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS)â an; es gibt aber auch evangelikale Bekenntnisschulen, die sich nicht dem VEBS angeschlossen haben.
In katholischer TrĂ€gerschaft befanden sich im Schuljahr 2015/16 904 allgemeinbildende und berufsbildende Schulen mit insgesamt knapp 360.000 SchĂŒlern, in evangelischer TrĂ€gerschaft im Jahr 2014 genau 1.139 allgemeinbildende sowie berufsbildende und berufliche Schulen. Die SchĂŒlerzahl wird mit bis zu 140.000 angegeben.cite-ref-39[39] Im Schuljahr 2016/2017 existierten in Deutschland 104 evangelikale Privatschulen in 97 StĂ€dten und Gemeinden mit ca. 40.000 SchĂŒlern. Jedes Jahr nimmt die Zahl der SchĂŒler solcher Schulen um durchschnittlich 9,5 % zu.cite-ref-40[40]
Die Schulen stehen unter der Aufsicht der Schulbehörden und vermitteln in der Regel als Ersatzschulen die Inhalte der BildungsplĂ€ne der öffentlichen Schulen. Entsprechend der lĂ€nderspezifischen Kultusgesetzgebung werden als Ersatzschulen genehmigte Einrichtungen finanziell gefördert. In der Regel können 50 bis 60 % der entstehenden Kosten dadurch gedeckt werden. Die erhobenen Schulgelder werden meistens nach dem Einkommen der Eltern gestaffelt. An vielen Schulen gibt es reduzierte Schulgelder. Eine zusĂ€tzliche Finanzierung erfolgt durch Spenden. TrĂ€ger der Schulen sind gemeinnĂŒtzige Vereine, römisch-katholische Privatschulen werden in TrĂ€gerschaft einer Diözese, einer Ordensgemeinschaft oder eines TrĂ€gervereins unter kirchlicher Beteiligung betrieben.
Römisch-katholische Bekenntnisschulen
Laut der ErklĂ€rung der Bischöfe von NRW vom 30. Oktober 1985 werden in Bekenntnisschulen gemÀà Artikel 12 Abs. 3 S. 2 der Landesverfassung in NRW Kinder nach den GrundsĂ€tzen des Bekenntnisses unterrichtet und erzogen, dem sie angehören. In diesem Sinne werden auch die geltenden Richtlinien und LehrplĂ€ne angewendet. Die Festlegung der GrundsĂ€tze obliegt fĂŒr katholische Bekenntnisschulen der römisch-katholischen Kirche. Die GrundsĂ€tze wurden zuletzt 2013 definiert.cite-ref-41[41] Die entsprechende Regelung orientiert sich an den frĂŒher bestehenden VerhĂ€ltnissen, als noch keinerlei âBekenntnisfremdeâ in katholischen Bekenntnisschulen aufgenommen wurden.
Artikel 8 des âKonkordats zwischen dem Heiligen Stuhle und dem Lande Niedersachsen (Konkordat ND) vom 1.7.1965â bestimmt: âDas Land Niedersachsen wird im Rahmen der allgemeinen Förderung der Privatschulen den Schulen katholischer TrĂ€ger weiterhin seine Hilfe angedeihen lassen. Nach MaĂgabe der staatlichen Vorschriften werden diese Schulen staatlich anerkannt und durch Finanzhilfe â mindestens unter Wahrung des bisherigen VerhĂ€ltnisses zu den Aufwendungen fĂŒr die von Gemeinden und GemeindeverbĂ€nden getragenen öffentlichen Schulen â sowie durch Erleichterung im Austausch von LehrkrĂ€ften gefördert.âcite-ref-42[42]cite-ref-43[43]
Evangelische Bekenntnisschulen
Traditionsreichste TrĂ€ger von Schulen evangelischen Bekenntnisses sind in Deutschland die Evangelischen Landeskirchen. In den âneuenâ BundeslĂ€ndern sind sie TrĂ€ger der meisten evangelischen Konfessionsschulen und auch der hĂ€ufigste TrĂ€ger freier Schulen insgesamt.cite-ref-44[44]
Innerhalb der Gesamtheit der sich âevangelischâ nennenden Konfessionsschulen hat sich eine Strömung evangelikaler Schulen mit der Selbstbezeichnung âFreie Evangelische Schuleâ etabliert,cite-ref-45[45] die groĂenteils in einem Dachverband mit dem Namen Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) zusammengeschlossen sind. FĂŒr den VEBS sind nur von Evangelikalen getragene Schulen âEvangelische Bekenntnisschulenâ. Die Freie Evangelische Schule Ulm listet in ihrer Karte, auf der Standorte âevangelikaler Schulenâ in Deutschland markiert sind, neben Schulen, die dem VEBS angeschlossen sind, auch âAdventistische Schulenâ und âSonstige evangelikale Schulenâ auf. Es gibt zehn Schulen der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.cite-ref-46[46]
Die meisten der evangelikalen Bekenntnisschulen entstanden seit den 1970er Jahren âals Reaktion gegen neomarxistische Schulreformenâ.cite-ref-47[47]
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Hauptartikel
:
Bekenntnisschulbewegung
JĂŒdische Schulen
In Deutschland gab es 2018 dreizehn jĂŒdische Schulen: vier Grundschulen und eine Oberschule in Berlin, je eine Grundschule und ein Gymnasium in DĂŒsseldorf und MĂŒnchen sowie Grundschulen in Hamburg, Köln und Stuttgart, auĂerdem die I.E. Lichtigfeld-Schule in Frankfurt am Main, die im Schuljahr 2018/2019 bis zur 9. Klasse fĂŒhrte und zum Gymnasium ausgebaut wird.cite-ref-48[48]
Islamische Schulen
In Berlin gibt es eine Islamische Schule als staatlich anerkannte private Grundschule.cite-ref-49[49] Eine staatlich genehmigte islamisch-private Grundschule in MĂŒnchen wurde 2010 von der Regierung von Oberbayern ebenso geschlossen wie der damit verbundene islamische Kindergarten, weil die Verfassungstreue des TrĂ€gervereins in Frage gestellt wurde.cite-ref-50[50]
Andere Versuche, islamische Bekenntnisschulen zu grĂŒnden, scheiterten in der Regel an Verwaltungsgerichten. Hauptprobleme, die vor Gericht immer wieder eine Rolle spielen, bestehen darin, den Begriff âislamisches Bekenntnisâ konsistent zu definieren, sowie darin, glaubwĂŒrdig zu belegen, dass die beantragte Schule die vom GG gebotenen Ziele der Toleranz gegenĂŒber AndersglĂ€ubigen und der Gleichberechtigung der Geschlechter zu verwirklichen helfen wird.cite-ref-51[51] Zweifel an der Beteuerung, in der Schule werde Toleranz gelehrt, entstehen insbesondere dann, wenn AndersglĂ€ubige als âUnglĂ€ubigeâ etikettiert werden.cite-ref-52[52] Auch die EinfĂŒhrung eines islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen verzögert sich u. a. dadurch, dass islamische VerbĂ€nde sich schwer mit einem eindeutigen Bekenntnis zur Verfassungstreue tun.cite-ref-53[53] Was unter dem Begriff âVerfassungstreueâ von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland zu verstehen ist, hat die Stadt Frankfurt am Main in einem âMerkblatt zur Verfassungstreue und Absage an alle Formen des Extremismusâ konkretisiert.cite-ref-54[54] Dieses Merkblatt wird zwar nur im EinbĂŒrgerungsverfahren offiziell verwendet, ist aber auch auf andere Situationen analog anwendbar, in denen von Muslimen und anderen Nicht-Christen âVerfassungstreueâ erwartet wird.
Kritik
Deutschlandweit
Die Institution der Konfessionsschule steht in der Kritik, unter dem Vorwand der Religionszugehörigkeit als ein Mittel zur sozialen Ausgrenzung missbraucht zu werden. Eltern erhofften sich durch die gezielte Anmeldung ihrer Kinder an einer Konfessionsschule ein sozial bessergestelltes Umfeld ohne Migranten.cite-ref-55[55]
Kritisiert wird die Bevorzugung der Kinder, die das âpassendeâ Bekenntnis mitbringen. Gibt es mehr Anmeldungen als verfĂŒgbare PlĂ€tze an der Schule, wĂ€hlen konfessionelle Schulen nicht nach den normalen Kriterien der Ausbildungsordnung Grundschule, sondern nach Konfession aus.cite-ref-zeit-2011-02-01-33-1[33]cite-ref-zeit2-56-0[56] Diese Praxis ist vor allem dann zulĂ€ssig, wenn in Gesetzen und anderen Rechtsnormen des zustĂ€ndigen Landes die Kategorie des âBekenntnisfremdenâ verwendet wird.
Gelegentlich weigern sich Kommunen, Initiativen zur GrĂŒndung evangelikaler Bekenntnisschulen zu unterstĂŒtzen. Ein Beispiel hierfĂŒr ist die niedersĂ€chsische Kreisstadt Cloppenburg. Der 2014 gegrĂŒndete Verein âFreie Christliche Bekenntnisschule Cloppenburg e. V.âcite-ref-57[57] beantragte den Betrieb einer Grundschule in Cloppenburg. Die niedersĂ€chsische Landesschulbehörde konnte ihn bislang nicht bearbeiten, da der Verein ĂŒber kein geeignetes SchulgebĂ€ude verfĂŒgt. Der Rat der Stadt Cloppenburg lehnt es ab, dem Verein stĂ€dtische RĂ€ume zur VerfĂŒgung zu stellen. Die Mehrheit der Ratsmitglieder befĂŒrchtet, dass in der geplanten Schule der als âPfingstlerâ eingestuften Initiatoren nur die religiöse Schöpfungsgeschichte, nicht aber die wissenschaftliche Evolutionstheorie gelehrt werden könnte. Zudem gebe es verbreitet die Skepsis, dass in der Praxis der Sport- und Sexualkundeunterricht nicht richtlinienkonform unterrichtet wĂŒrden sowie dass Veranstaltungen wie der Karneval an der neuen Schule nicht stattfĂ€nden.cite-ref-58[58] Die Mehrheit im Cloppenburger Stadtrat vertrat die Meinung, dass es generell âin einem sĂ€kularen Gemeinwesen [âŠ] falschâ sei, âweitere Schulen dieser Art zu genehmigenâ. Gegen eine âPfingstlerschuleâ in Cloppenburg wehrten sich auch der Cloppenburger Stadtelternrat und Molbergens CDU mit BĂŒrgermeister Ludger Möller an der Spitze.
Im Kontext der Auseinandersetzungen im Cloppenburger Stadtrat wandten sich die Verfechter der SchulneugrĂŒndung an die Gemeinde Molbergen. Sie stellten am 18. Februar 2021 beim BĂŒrgermeister der Gemeinde einen âAntrag auf Anmietung von RĂ€umlichkeiten in der ehemaligen âDorfschule Resthausenââ, der am 31. MĂ€rz 2021 vom Rat der Gemeinde beraten wurde. Es wurde von den Antragstellern betont, dass Molbergen nur ein provisorischer Standort des Schule sein solle. Bei drei âJaâ-Stimmen wurde der Antrag von den Ratsmitgliedern abgelehnt.cite-ref-59[59] In ihrer Argumentation im Molbergener Gemeinderat fĂŒhrten CDU-Vertreter GrĂŒnde wie den fehlenden Bedarf an einer weiteren Grundschule sowie andere PlĂ€ne fĂŒr die ehemalige Dorfschule an. Nach einem Bericht des Rundblicks â Politikjournal fĂŒr Niedersachsen stört sich die CDU in Molbergen vor allem daran, dass sich wichtige ehemalige CDU-Ratsmitglieder in der Zentrumspartei neu organisiert hĂ€tten und mit deren Hilfe das Projekt SchulneugrĂŒndung betrieben. Der Autor des Berichts weist darauf hin, dass es unter Molbergenern die BefĂŒrchtung gebe, dass sich der Trend zu einer âParallelgesellschaft der Pfingstlerâ durch den Betrieb einer eigenen Schule verstĂ€rke. In der Gemeinde waren 2016 ca. 40 Prozent der ungefĂ€hr 8000 Einwohner Deutsche aus Russland;cite-ref-60[60] nach Angaben des Schulamtes der Gemeinde waren 50 Prozent der SchĂŒler der staatlichen Grundschule Molbergen im Schuljahr 2015/2016 âPfingstlerâ.cite-ref-61[61]
Im Januar 2024 scheiterten die PlĂ€ne der Bekenntnisschul-Planer. Nach der KĂŒndigung des Mietvertrags ĂŒber ein als SchulgebĂ€ude ins Auge gefasstes Objekt konnte das Regionale Landesamt fĂŒr Schule und Bildung in OsnabrĂŒck die SchulneugrĂŒndung nicht genehmigen. Zuvor war die NichterfĂŒllung von Auflagen der zustĂ€ndigen Baubehörde moniert worden.cite-ref-62[62]
Bereits am 22. Februar 2021 hatte ein Vertreter der GrĂŒnen wĂ€hrend der entscheidenden Sitzung des Cloppenburger Stadtrats das Argument vorgebracht: âDer Rat hat das Recht, darĂŒber zu befinden, ob er eine bestimmte Entwicklung fördern möchte â z. B. durch eine entsprechende Bauleitplanung â oder eben nicht. Mit âhandeln nach Recht und Gesetzâ hat das ĂŒberhaupt nichts zu tun.â Die zustĂ€ndige Landesbehörde könne eine SchulneugrĂŒndung âtatsĂ€chlich nur dann genehmigen [âŠ], wenn ein geeigneter Standort nachgewiesen wird.âcite-ref-63[63]
Das âForum SĂ€kulares Bremenâ, das âfĂŒr die konsequente Trennung von Kirche und Staat kĂ€mpf[t]â,cite-ref-64[64] fordert die Beendigung jeder staatlichen Förderung evangelikaler Bekenntnisschulen.cite-ref-65[65] Es sei âunverantwortlich [âŠ], christlichen Fundamentalisten die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu ĂŒbertragen.â Durch diese Erziehung wĂŒrden SchĂŒlern erhebliche psychische SchĂ€den zugefĂŒgt. Die Evangelikalen hĂ€tten in den vergangenen Jahren wiederholt ihre deutliche Ablehnung zum Gender-Mainstreaming, zu HomosexualitĂ€t und jeder Form nicht biblisch legitimierter SexualitĂ€t zum Ausdruck gebracht. Nicht hinnehmbar sei es vor allem, dass âLehrerInnen einer evangelikalen Bekenntnisschule sich gegenĂŒber [als homosexuell oder transsexuell] outenden SchĂŒlerInnen diskriminierend und mobbend verhaltenâ.
Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
Das âInstitut fĂŒr humanistische Politikâ stellte 2019 fest, dass es in 75 StĂ€dten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen keine staatliche Schule gebe, die nicht eine katholische oder evangelische Bekenntnisschule sei. Dadurch seien Konfessionslose gezwungen, ihre Kinder eine dieser Schulen besuchen zu lassen, âwenn sie nicht unverhĂ€ltnismĂ€Ăig lange Schulwege in Kauf nehmen wollen.âcite-ref-66[66]
Im Februar 2014 urteilte das Verwaltungsgericht Minden ĂŒber die Klage einer muslimischen Familie aus Paderborn. Die Aufnahme eines Kindes war von einer katholischen Grundschule abgelehnt worden, nachdem die Eltern sich geweigert hatten, eine ErklĂ€rung zur verpflichtenden Teilnahme am katholischen Religionsunterricht und an Gottesdiensten zu unterschreiben. Die KlĂ€ger sahen den Status der Schule als Bekenntnisschule dadurch in Frage gestellt, dass lediglich 40 % der SchĂŒler katholisch waren. Das Gericht bestĂ€tigte in seinem Urteil die RechtmĂ€Ăigkeit der Entscheidung des Schulleiters, das Kind nicht aufzunehmen, solange die Eltern keine Zustimmung zur Teilnahme ihres Kindes an Religionsunterricht und Schulgottesdienst leisteten. Das vorbehaltlose Recht, eine Bekenntnisschule zu wĂ€hlen, bestehe aufgrund der Landesverfassung (Art. 12 Abs. 3 Satz 2) grundsĂ€tzlich nur fĂŒr Kinder des entsprechenden Bekenntnisses. Eine Aufnahme bekenntnisfremder Kinder dĂŒrfe nur in AusnahmefĂ€llen erfolgen, sofern dadurch die BekenntnishomogenitĂ€t der Schule nicht gefĂ€hrdet werde oder wenn dieses Kind weder eine Schule des eigenen Bekenntnisses noch eine Gemeinschaftsschule in zumutbarer Entfernung erreichen könne.cite-ref-67[67]cite-ref-68[68] Als zumutbar gilt der Schulweg fĂŒr GrundschĂŒler in NRW, wenn eine Schulwegdauer von insgesamt mehr als einer Stunde nicht ĂŒberschritten wird. RegelmĂ€Ăige Wartezeiten in der Schule vor und nach dem Unterricht sollen nicht mehr als 45 Minuten insgesamt betragen.cite-ref-69[69] Eine Verfassungsbeschwerde gegen die Entscheidung wies das Bundesverfassungsgericht im September 2017 als unzulĂ€ssig zurĂŒck. Das Grundgesetz erlaube ausdrĂŒcklich staatliche Bekenntnisschulen.cite-ref-70[70]cite-ref-71[71] Die Alternative lautet also auch fĂŒr muslimische Eltern, denen nicht von vornherein der Besuch einer Bekenntnisschule durch ihr Kind verwehrt wird: Einwilligung zu einer Erziehung des Kindes im Geist der betreffenden Konfession oder Inkaufnahme eines langen Schulwegs.
Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass nichtkatholische GrundschullehrkrĂ€fte in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen regional bzw. landesweit schlechtere Berufschancen haben als katholische, weil es dort einen hohen Anteil katholischer Bekenntnisschulen an den öffentlichen Schulen gibt und an ihnen katholische Bewerber um eine Lehrer- oder Schulleiterstelle bevorzugt eingestellt bzw. befördert werden.cite-ref-horstkotte-72-0[72] Damit entsteht jedoch kein Konflikt mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, nach dem eine Diskriminierung aus religiösen GrĂŒnden zwar widerrechtlich ist, aber eine Ausnahme existiert, die die Auswahl von BeschĂ€ftigten kirchlicher Organisationen und Einrichtungen nach Konfession weiterhin ermöglicht, Ă€hnlich wie bei Parteien.cite-ref-73[73] Etwas anderes gilt jedoch fĂŒr Bekenntnisschulen in staatlicher TrĂ€gerschaft, denn der Staat als TrĂ€ger kann sich nicht auf die AusnahmetatbestĂ€nde des AGG berufen. Somit liegt, wenn LehrkrĂ€fte der ârichtigenâ Konfession bevorzugt werden, eine mögliche Diskriminierung vor.cite-ref-74[74]
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Weblinks
Wiktionary: Konfessionsschule
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
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âą Verband evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS)
⹠Fritz SchÀffer: Bekenntnisschule. In: Historisches Lexikon Bayerns
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